Sommerferien-Ende: Neues Schuljahr beginnt – einige Lehrerstellen unbesetzt

Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein strömen in rund einer Woche zurück in die Schulen. Doch in einigen Fächern fehlen Lehrer. Wo sind die Lücken am größten?

Mit dem Ende der Sommerferien strömen die Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein in rund einer Woche am 8. September zurück in die Schulen. Auf den Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland sowie auf den Halligen startet die Schule schon eine Woche früher. In einigen Bereichen fehlen allerdings noch Lehrer. 

Wie viele Lehrer fehlen zum Schulstart?

Es gibt nach wie vor einen Lehrkräftemangel in den bundesweiten Mangelfächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, außerdem in Musik und Theater, wie eine Sprecherin des Bildungsministeriums in Kiel der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte. Dabei seien ländliche Regionen im nördlichsten Bundesland teilweise stärker betroffen als urbanere.

Konkrete Zahlen zu noch unbesetzten Lehrerstellen in Schleswig-Holstein konnte die Sprecherin aktuell nicht nennen, „da wir noch mitten im Einstellungsgeschäft sind“. Die Fakten sollen am 3. September bei der Pressekonferenz zum Schuljahresstart veröffentlicht werden. 

Ist noch ausreichend Geld für Vertretungslehrer in den Töpfen?

Der Vertretungsfonds des Bildungsministeriums war zuletzt aufgefüllt worden, damit können Verträge für Vertretungslehrkräfte verlängert werden – zum Beispiel, wenn ein Befristungsgrund wie Krankheit weiterhin vorliegt. 

„Die Schulleitungen können verlässlich ihr Personal für das kommende Schuljahr planen“, teilte Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) im Juli mit. Sie reagierte damit auf Meldungen aus zehn von 15 Kreisen und kreisfreien Städten im Land, die ihr Budget aus dem Vertretungsfonds für Schulen bereits ausgeschöpft hatten und deshalb zunächst keine weiteren Vertretungsverträge mehr abschließen konnten. 

Insgesamt sollen laut Ministerium in diesem Jahr im Vertretungsfonds 8,4 Millionen Euro für die allgemeinbildenden Schulen zur Verfügung stehen. Die Schulen können bei Krankheit, Dienstunfähigkeit sowie bei Beschäftigungsverboten bei Schwangerschaften schnell auf diese Mittel zugreifen, um Vertretungskräfte zu beschäftigen und die Unterrichtsversorgung zu sichern, hieß es vom Ministerium.

Werden vor den Sommerferien freigestellte Lehrer nach den Ferien wieder angestellt?

Der Vertrag befristet eingestellter Vertretungskräfte endet dann, wenn die zu vertretende Lehrkraft an die Schule zurückkehrt, teilte die Behördensprecherin mit. Gründe für die Befristung sind unter anderem Krankheit, Dienstunfähigkeit sowie Beschäftigungsverbote bei Schwangerschaften. 

Die Rückkehr dieser Lehrkräfte könne sowohl zum Ende des Schuljahres als auch erst im kommenden Schuljahr erfolgen. „Sofern der Befristungsgrund vor und auch nach den Ferien Bestand hat, erfolgt die Beschäftigung grundsätzlich auch über die Ferien.“

Wie geht es den Schülerinnen und Schülern?

„Der akute Lehrkräftemangel ist in Schleswig-Holstein in vielen Schulen zu spüren“, teilte ein Sprecher der Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschulen Schleswig-Holsteins der dpa mit. Lehrkräfte müssten ihre Fächer wechseln oder Kurse abgeben, um den Mangel vor allem im naturwissenschaftlich-technischen Bereich auszugleichen. 

Der fehlende Zugang zu bestimmten Fächern kann aus Sicht der Schülerinnen und Schüler zu Folgeproblemen und schlechten Noten führen. Durch den Lehrkräftemangel fehle auch die Zeit für wichtige pädagogische und persönliche Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern, teilte der Sprecher mit. 

Maßnahmen, die Lücken mit Quereinsteigern und verkürzten Ausbildungen zu stopfen, sehen die Schülerinnen und Schüler kritisch. Sie befürchten, dass darunter die Qualität des Unterrichts leidet. Solche Maßnahmen seien ein erster Schritt an, aber nicht die Lösung aller Probleme. „Wir stellen fest, dass im Vergleich zur Vergangenheit der Lehrkräftemangel größer und auch präsenter ist.“ Die Zahl der Schülerinnen und Schüler steige seit Jahren kontinuierlich an, die Zahl der Lehrkräfte aber sinke.

Was sagt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft dazu?

„Zum neuen Schuljahr werden nun noch knapp 500 Stellen von Lehrkräften gestrichen. Das läuft in die völlig falsche Richtung und halst den Schulen weiteren Stress auf“, teilte der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Bernd Schauer, mit. Er kritisierte Ministerin Stenke, die aus Gewerkschaftssicht weder gegen die Überlastung von Lehrkräften noch gegen den Lehrkräftemangel oder die hohe Zahl an Schulabgängern ohne Abschluss vorgehe.