Menschen berauschen sich gerne – auch mit illegalen Substanzen. Drogenbeauftragter Streeck macht nun einen Vorschlag gegen die CDU-Pareitlinie: für Drug-Checking.
Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), hat sich für ein staatliches Drug-Checking – also die chemische Analyse von Drogen vor dem Konsum – ausgesprochen.
„Drug-Checking schützt Leben, weil dadurch weniger Drogen mit gefährlichen Beimischungen konsumiert werden“, sagte Streeck der „Zeit“ (Donnerstag). „Deswegen begrüße ich es, wenn Städte wie Berlin Drug-Checking ermöglichen“, sagte Streeck.
Damit stellte sich der Drogenbeauftragte gegen die allgemeine Linie seiner Partei: Die Union lehnt die staatlich finanzierte Überprüfung von Drogen mehrheitlich ab.
Streeck: Drug-Checking hilft Behörden
Auch die Behörden profitierten vom Drug-Checking, weil sie dadurch erfahren, „welche Drogen gerade auf den Straßen im Umlauf sind“, sagte der Virologe weiter. „Bisher haben wir kein gutes Monitoring- und Warnsystem, was mich als Wissenschaftler sehr ärgert.“
Auch werde nur ein Bruchteil der Drogentoten obduziert, sodass häufig nicht klar werde, woran der Betroffene genau gestorben sei. „Allerdings ist Drug-Checking auch sehr teuer, eine getestete Substanz kostet im Durchschnitt 60 Euro“, erklärte Streeck.
Sorge bereitet dem Bundesdrogenbeauftragten vor allem der sprunghafte Zuwachs an Todesfällen in Verbindung mit synthetischen Opioiden wie etwa Fentanyl. In Deutschland sind im vergangenen Jahr 2137 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. Das waren 90 weniger als im Vorjahr.