Für junge Männer ändert sich vom kommenden Jahr an einiges. Auch in Hessen sind vom neuen Wehrdienst Tausende betroffen. Was sagt das Innenministerium dazu?
Rund 31.000 junge Männer mit Jahrgang 2008 sind in Hessen von dem neuen Wehrdienst betroffen. 2026 werden sie 18 Jahre alt. Das teilte das Statistische Landesamt in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur mit. Es bezog sich dabei auf die Bevölkerungsfortschreibung zum Stichtag 31. Dezember 2024. Die Zahl für 2026 könne sich wegen Zu- und Fortzügen sowie Sterbefällen noch ändern.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) teilte der dpa mit, das angekündigte bundesweite Wehrdienstgesetz sei ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. „Es bleibt aber abzuwarten, ob sich genügend Freiwillige melden. Deshalb muss es auch darum gehen, den Wehrdienst attraktiver zu gestalten“, mahnte Poseck. Die Bundeswehr sei ein Garant für die nationale Sicherheit. Das müsse sich in einer guten personellen und materiellen Ausstattung widerspiegeln.
Innenminister: Für Sicherheit muss mehr getan werden
Der Innenminister betonte: „Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine hat unsere mehr als 70 Jahre bestehende Überzeugung ins Wanken gebracht, dass Freiheit und Sicherheit selbstverständlich sind. Russland führt seit mehr als drei Jahren einen grauenhaften Angriffskrieg gegen die Ukraine und versucht mit militärischer Gewalt, Grenzen zu verschieben.“
So etwas dürfe nicht Schule machen: „Deutschland muss weiter gemeinsam mit seinen europäischen Partnern Motor der Unterstützung für die Ukraine sein.“ Für die Sicherheit müsse mehr getan und die Verteidigungsfähigkeit gestärkt werden.
Für junge Männer ab dem Jahrgang 2008 bedeuten die bundesweiten Pläne einige Änderungen: Sie müssen vom 1. Januar nächsten Jahres in einem Fragebogen Auskunft geben, ob sie zu einem Wehrdienst fähig und bereit sind. Dies ist Teil der Wehrerfassung. Junge Frauen können die Fragebögen ausfüllen, sind aber nicht dazu verpflichtet.
Verpflichtende Musterung für Männer von 2027 an geplant
Zunächst wird nur eine Auswahl des Jahrgangs zu einem „Assessment“ – einer Beurteilung – eingeladen. „Darüber hinaus ist vorgesehen, dass ab dem 1. Juli 2027 auch die Musterung für Männer verpflichtend sein wird“, teilte das Verteidigungsministerium mit. Limitierender Faktor sind zunächst noch Kapazitäten für ärztliche Untersuchungen und Beurteilungen.